Antrag zur Prüfung der Notwendigkeit des geplanten Gewerbegebietes

Sehr geehrter Herr Frey, jahrelang hat sich die Gemeinde bemüht, nordwestlich des Baugebiets Nordwest ein Gewerbegebiet für Hördter Gewerbetreibende und eine ansässige Spedition zu schaffen, um den damit verbundenen Verkehr aus unserem Dorf herauszuhalten und Hördter Firmen einen adäquaten Standort anbieten zu können. Inzwischen haben die Spedition wie auch weitere Hördter Gewerbetreibende aber andere Standorte gefunden. Derzeit fragen insbesondere auswärtige Firmen nach Gewerbeflächen nach. Bei den bisherigen Interessenten ist zurzeit ein größerer Nutzen für die Gemeinde in Form von Gewerbesteuer oder Arbeitsplätzen nicht erkennbar. Dies gilt insbesondere für ein Logistik- und Paketzentrum der Deutschen Post als einziger Interessent für eine etwas größere Fläche.
Nach aktuellem Stand sehen die Freien Wähler deshalb nicht mehr die erhebliche und vordringliche Nachfrage von Hördter Gewerbetreibenden nach Gewerbeflächen, sondern vielmehr eine enorme Nachfrage aus der Ortsgemeinde nach Bauplätzen hier in Hördt.
Dem gegenüber ist nach dem Regional- bzw. Flächennutzungsplan die Ausweisung möglicher weiterer Baugebiete in Hördt sehr beschränkt. Wir wollen daher die Entwicklung von Hördt vor allen Dingen als Wohngemeinde und weniger als Gewerbegemeinde voranbringen.
Ein Baugebiet statt eines Gewerbegebietes an der Ortseinfahrt der Bellheimer Straße hätte keine Emissionen in Richtung der Anwohner des Wohngebietes Nordwest und bringt der Gemeinde in Form von Einkommenssteuer langfristig mehr Einnahmen.
Zudem würden die derzeit nur noch zur Verfügung stehenden Bauerwartungsflächen vorläufig geschont bzw. vermehrt werden. Wir sind es der jungen Generation von Hördt schuldig, bezahlbare Bauflächen auch für die weitere Zukunft zu schaffen.
Ein weiteres Wohngebiet für den Eigenbedarf aus Hördt und somit die Eigenentwicklung der Ortsgemeinde ist unseres Erachtens notwendig, aber auch denkbar und möglich.
Deshalb beantragen die Freien Wähler – Aktiven Bürger Hördt,
• dass der Ortsbürgermeister verpflichtet wird, Kontakt mit der Verbandsgemeinde- und Kreisverwaltung aufzunehmen und prüfen zu lassen,
• inwiefern Hördt für die Eigenentwicklung (Eigenbedarf von Bürgern/innen aus Hördt; z. B. junge Familien, die gerne in Hördt bleiben möchten, aber aufgrund der fehlenden Möglichkeiten in andere Gemeinden einen Bauplatz suchen und Hördt eventl. verlassen) ein Wohngebiet in Angriff nehmen kann.
• Im Anschluss muss geprüft werden, sofern Punkt 1 positiv beantwortet wird, ob das mögliche neue Wohngebiet am Standort des bisherigen Gewerbegebiets realisiert werden kann. Hier ist der Eigenbedarf nach Gewerbeflächen nicht mehr vorhanden, jedoch sind schon Vorarbeiten geleistet, auf die Hördt aufbauen und dadurch den Eigenbedarf nach Wohnbebauung befriedigen könnte.
Wir stellen den formellen Antrag, diese Fragen auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Ratssitzung zu beraten und abzustimmen.
Für die Fraktion der Freien Wähler – Aktive Bürger Hördt e.V.
Andreas Fischer